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Patientenzitate

Alexandra ist gelernte Heilerziehungspflegerin und arbeitete nach einem Wohnortswechsel zunächst in einem Altenheim. Zwei Monate vor der Diagnose bekam sie wieder eine Stelle in ihrem alten Beruf. Da die Diagnose jedoch eine OP und einen längeren Krankenhausaufenthalt nach sich zog, wurde Alexandra während der Probezeit gekündigt.

Eine Zeit lang erhielt sie eine Erwerbsminderungsrente – diese war jedoch auf zwei Jahre befristet. Eine Rückkehr in den Beruf kann sie sich heute dennoch nicht mehr vorstellen, denn eine Arbeitszeit von sechs oder acht Stunden kann sie mit der Erkrankung nicht mehr leisten. Bei einem Reha-Aufenthalt wurde Alexandra auf ihre Belastbarkeit getestet, aber schon nach zwei Stunden war klar, dass sie diesem Druck nicht standhalten kann.

Heute engagiert sie sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich – und das nicht wenig. Sie achtet aber auch darauf, sich zuhause auszuruhen und einige Zeit nichts zu machen.

 
 

„Und dann habe ich gesagt: Ja ist recht. Dann kann ich wenigstens schauen, dass es mir wieder gut geht.“

„Für mich ist es wirklich sehr sehr schlimm, wissen zu müssen, ich muss jetzt sechs, acht Stunden arbeiten. Weil diesem Druck kann ich nicht mehr standhalten.“

 
 
 
 

„Für mich gab es kein „Nein geht nicht“, es musste irgendwie gehen und ich hab da oft schon über meine Grenzen hinaus gearbeitet.“

 
 

„Ich habe mich da selber ein Stück weit isoliert, weil man sich nicht ständig irgendwelchen Fragen stellen wollte. Ich hab mich da sehr zurückgezogen, isoliert, um nicht in die Bedrängnis zu kommen und hab aber auch erfahren, dass viele gar nicht wussten, wie sie mit mir umgehen sollten.“

 
 

„Wenn die Interessen vorher dem Job galten, dann stehen Sie auf einmal da, so was mach ich jetzt mit meiner Freizeit?“

Für Sabine war der Beruf ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Sie arbeitete sehr gerne und gute Ergebnisse waren immer ihr Ziel.

Aufgrund von Bauchschmerzen ging Sabine regelmäßig zum Arzt. Dieser versicherte ihr aber, gesund zu sein. Obwohl sie spürte, dass etwas nicht stimmte, ging sie weiter arbeiten. Bauchschmerzen waren für sie kein Grund zuhause zu bleiben. Erst als sich die Symptomatik verstärkte und sie unter massiven Durchfällen litt, konnte sie nicht mehr arbeiten. Ihr fehlte einfach die Kraft.
Die Diagnose empfand Sabine dann als „Super-Gau“. Diverse Gespräche während der Reha führten schließlich dazu, dass sie einen Antrag zur beruflichen Rehabilitation stellte. Doch während des Genehmigungsprozesses erlitt sie einen Progress. Es war dann schnell klar, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann.
Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen hat sie seit ihrem letzten Arbeitstag nicht mehr.

Sabine hatte schon immer eine sehr starke Persönlichkeit. Sie wusste, was sie wollte und war sehr geradlinig. Lange Zeit konnte sie mit der Diagnose und den einhergehenden Veränderungen nicht umgehen.
Die Therapie kostete Sabine sehr viel Kraft. Die Krankheit war weiter fortgeschritten und letztendlich wurde ihr eine Erwerbsunfähigkeitsrente gewehrt. Das war für sie kein schönes Gefühl, denn die Arbeit war ihr Lebensinhalt.

Heute hat Sabine gelernt, ihre Zeit anders einzuteilen. Die Krankheit ist zwar immer noch ein Stück weit im Hinterkopf, aber sie hat es geschafft, sich neue Hobbies zu suchen.
Die Erkrankung anzunehmen und zu akzeptieren war ein langer Prozess. Das ging nicht von heute auf morgen. Jetzt findet sie es schön, Zeit für Dinge zu haben, für die sie vorher keine Zeit hatte. Auch das Daheimsein kann sie heute genießen.
Seit der Diagnose schiebt Sabine nichts mehr auf. Sie macht das, was ihr in den Sinn kommt und plant nicht lange im Voraus.

Was geschieht mit meinem Arbeitsplatz - und was geschieht mit mir?

In der Regel zieht die Behandlung von NET und die Rehabilitation eine längere Arbeitsunfähigkeit nach sich, bis es zu einer möglichen Wiedereingliederung ins berufliche Umfeld kommt. Aber auch zum Zeitpunkt der Wiedereingliederung und danach kann NET den Berufsalltag langfristig beeinflussen, z. B. durch eine reduzierte Leistungsfähigkeit.

Daher sollten Sie sich mit dem Thema Arbeit so früh wie möglich auseinandersetzen, spätestens aber während Ihrer Rehabilitation. Eine erste wichtige Frage ist natürlich, ob durch die Erkrankung eine Berufsunfähigkeit verursacht wurde oder ob eine Rückkehr in den Beruf möglich ist. Unter Umständen sollten Sie auch über neue Wege nachdenken – möglicherweise ist die Rückkehr in den Beruf über eine Neuorientierung zu realisieren.

 

 

 

Scheuen Sie sich nicht, sich auch unmittelbar an die Beratungsstellen Ihrer zuständigen Sozialleistungsträger zu wenden. Ihre Krankenkasse oder -versicherung, der Rentenversicherungsträger, die Agentur für Arbeit, das Sozial- und/oder Versorgungsamt und auch die Behörden in Ihrer Gemeinde sind wichtige Anlaufstellen, um Informationen zu erhalten und ggf. Anträge einzureichen. Aufgrund des umfangreichen Themenspektrums können wir auf diesen Seiten nur einzelne Aspekte der zahlreichen arbeits- und sozialrechtlichen Fragen aufgreifen. Zum Weiterlesen empfehlen wir Ihnen z. B. den „Wegweiser zu Sozialleistungen“ der Deutschen Krebshilfe, aus der Info-Reihe „Die blauen Ratgeber“, der im Internet auch kostenlos als PDF heruntergeladen werden kann. In dieser Broschüre bilden die gesetzlichen Regelungen, bezogen auf die Ansprüche der Patienten bei medizinischer Behandlung durch die gesetzlichen und/oder privaten Krankenversicherungen sowie bei Sozialleistungen, den Schwerpunkt.

Wenn NET zur Berufsunfähigkeit führt ...

Die Ärzte in der behandelnden Klinik erstellen für die Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation im Abschlussbericht immer ein Leistungsbild – beispielsweise über die objektive und subjektive Belastbarkeit sowie über mögliche Tätigkeitsbereiche. Ist dabei eine Wiederaufnahme des zuletzt ausgeübten Berufs nicht mehr möglich, so nimmt der Befund ausführlich Stellung zur Erwerbsunfähigkeit. Eine Berufsunfähigkeit und damit Frührente verändert den Alltag der betroffenen Patienten deutlich, verunsichert, erschreckt und verursacht unter Umständen auch finanzielle Probleme. Trotzdem kann es auch eine Chance sein, keinem beruflichen Stress mehr ausgesetzt zu sein, den Alltag nun selbst strukturieren zu können, je nach Tagesform jederzeit Ruhephasen einlegen zu können und womöglich zu ganz neuen Aufgaben, Hobbys etc. zu finden.

Patientenzitat

 

„Der Arzt sah das schon richtig, dass ich nicht wieder vollständig dienstfähig werden konnte. Die Beanspruchung als Lehrerin ist einfach zu heftig; seit der OP fehlt mir die Konzentration, die Kraft und die Energie mit Schülern umzugehen – ich bin viel zu schnell erschöpft. Ich hab eingesehen, dass ich nicht mehr belastbar genug für meinen Beruf bin. Jetzt, nachdem ich in Frühpension gegangen bin, kann ich es mir auch leisten, dass ich mich hinlege, wenn es mir nicht so gut geht – das wäre im Schulalltag unmöglich. Jetzt nutze ich meine Zeit für andere schöne Sachen.“
Frau H. B.*, 56 Jahre

... wenn ein Zurück in den alten Beruf möglich ist

Die bevorstehende Wiedereingliederung ins Arbeitsleben – die sogenannte „berufliche Rehabilitation“ – ist eines der wichtigsten Themen für Sie als Patient. In vielen Fällen ist sie möglich – wenn auch mit Einschränkungen, Veränderungen oder unter Berücksichtigung von Ausnahmefällen. Ein Zurück in den Berufsalltag mit seinen vielfältigen Aufgaben, Herausforderungen und sozialen Kontakten kann sich bei vielen Patienten positiv auf die Krankheitsbewältigung auswirken – genauso wie anderen Patienten eine Frührente helfen kann. Auch hier gilt wieder: Finden Sie für sich den optimalen Weg. Generell sollte es Ihnen als Betroffenem ermöglicht werden, schrittweise wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. Arbeitgeber sind, wenn nicht verpflichtet, so doch aufgefordert, Sie wieder ins Arbeitsleben zu integrieren.

Im Idealfall finden Sie ganz zurück zu Ihrem alten Arbeitsplatz — vielleicht unter Berücksichtigung eines auf Ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittenen Arbeitsbereiches oder durch Unterstützung mit technischen Arbeitshilfen. Nicht außer Acht lassen sollte man sogenannte Einarbeitungszuschüsse, die der Arbeitgeber wiederum von gesetzlichen Trägern erhalten kann.

In jedem Falle ist es sinnvoll, dass Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber ausführlich darüber unterhalten und sich ggf. externe Hilfe und Rat suchen. Sollte eine Wiedereingliederung in Ihren alten Beruf nicht möglich sein, sollten Sie auch eine Ausbildung zu einem neuen Beruf oder veränderten Berufsbild, eine Weiterbildung oder Umschulung in Betracht ziehen.

Zusammengefasst betrifft die berufliche Rehabilitation folgende Themenbereiche:

  • die Sicherung des Arbeitsplatzes
  • die berufliche Wiedereingliederung
  • die Umschulungs- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen

Patientenzitat

 

„Ich glaube, dass das bei mir einen positiven Einfluss gehabt hat, dass ich wieder berufstätig bin. Auch wenn es bei mir in Vollzeit nicht mehr ganz geht. Ich bin Lehrer, und jetzt hab ich anstatt der 27 Wochenstunden 23. Also einen Tag, einen Schultag weniger, kann man sagen. Da bleibt mir dennoch überhaupt keine Zeit, irgendwelchen Gedanken an meine Krankheit nachzuhängen.“
Patient*, 57 Jahre

Wertvolle Hilfestellung von außen

Die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. sieht ihre zentrale Aufgabe in der umfassenden Information, Beratung, Behandlung und Betreuung betroffener Patienten und deren Angehöriger. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei speziell auf psychoonkologischen Unterstützungsangeboten bei der Wiederherstellung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patienten und der Erhaltung der generellen Lebensqualität bei Angehörigen. Dazu zählt auch die berufliche Zukunft der von der PSO betreuten NET-Patienten. Alles Wichtige finden Sie unter www.pso-ag.de.

Wenn der bisherige Arbeitgeber nicht mehr "mitspielt"?!

Haben oder bekommen Sie allerdings Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis bis hin zu einer drohenden Kündigung, sollten Sie sich dringend an die sogenannten Hauptfürsorgestellen, die in der Regel über die Integrationsämter der einzelnen Bundesländer zu erreichen sind, wenden. Kommt es im Verlauf Ihrer NET-Erkrankung oder deren Folgen zu einer langfristig bestehenden Behinderung und damit zur Einschränkung Ihrer Berufs- und Erwerbsfähigkeit — können Sie beim Versorgungsamt, Ihrem Bezirksamt oder Rathaus bzw. Ihrer zuständigen Versicherungsanstalt Anträge für einen Schwerbehindertenausweis oder aber eine zunächst meist auf drei Jahre begrenzte Erwerbsminderungsrente stellen.

Umfassendes Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation

Im Rahmen einer internationalen Allianz haben in Deutschland das Institut der deutschen Wirtschaft Köln und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter www.rehadat.de ein Info-System zur beruflichen Rehabilitation eingerichtet. Inzwischen gibt es dort eine umfassende Informationsplattform mit mehr als 80.000 Beiträgen sowie Datenbanken. Unter “Rehadat-talentplus” finden Sie ein Portal zu Arbeitsleben und Behinderung. “Rehadat BuRe” enthält ein Buchungssystem für berufliche Reha-Leistungen und “Rehadat + Elan” bietet Antworten und Wege für Arbeitgeber, die sich unterstützen lassen möchten.

Haben oder bekommen Sie allerdings Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis bis hin zu einer drohenden Kündigung, sollten Sie sich dringend an die sogenannten Hauptfürsorgestellen, die in der Regel über die Integrationsämter der einzelnen Bundesländer zu erreichen sind, wenden. Kommt es im Verlauf Ihrer NET-Erkrankung oder deren Folgen zu einer langfristig bestehenden Behinderung und damit zur Einschränkung Ihrer Berufs- und Erwerbsfähigkeit, können Sie beim Versorgungsamt, Ihrem Bezirksamt oder Rathaus bzw. Ihrer zuständigen Versicherungsanstalt Anträge für einen Schwerbehindertenausweis oder aber eine zunächst meist auf drei Jahre begrenzte Erwerbsminderungsrente stellen. Im Rahmen einer internationalen Allianz haben in Deutschland das Institut der deutschen Wirtschaft Köln und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter www.rehadat.de ein Info-System zur beruflichen Rehabilitation eingerichtet. Inzwischen gibt es dort eine umfassende Informationsplattform mit mehr als 80.000 Beiträgen sowie Datenbanken.

 

*Name ist der Redaktion bekannt

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