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Hier finden Sie eine Übersicht über einige mögliche Untersuchungen für die Diagnosestellung von NET

Anamnese Persönliche und familiäre Krankengeschichte
Biopsie Feinnadelbiopsie
Stanzbiopsie
Tumormarkertests Blut- und Urinuntersuchungen
Bildgebung Ultraschall
Computertomographie (CT)
Endoskopie des Verdauungssystems und endoskopischer Ultraschall (Endosonographie)
Magnetresonanztomographie (MRT)
Echokardiographie
Nuklearmedizinische Untersuchungen OctreoScan oder Octreotid-Szintigraphie oder Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie
MIBG Scan
Knochenscan (Knochenszintigraphie)
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) (die mit einem CT oder einer MRT kombiniert werden kann)
Andere Untersuchungen Bronchoskopie
Lungenfunktionstests

Anamnese

Bevor Ihr*e Ärzt*in mit Untersuchungen für die Diagnosestellung startet, wird er*sie Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihrer medizinischen Vorgeschichte stellen.

Diese beinhaltet aktuell auftretende Symptome, Risikofaktoren und medizinische Vorfälle oder Probleme aus der Vergangenheit. Auch die medizinische Vorgeschichte Ihrer Angehörigen und Verwandten könnte für die Diagnosestellung relevant sein.

Bei der Anamnese könnte Ihr*e Ärzt*in Ihnen Fragen zu folgenden Themen stellen:

  • Ob bei einem Familienmitglied oder einem Verwandten von Ihnen aktuell oder in der Vergangenheit Krebs diagnostiziert wurde.
  • Ob in Ihrer Familie schon einmal seltene Erbkrankheiten wie multiple endokrine Neoplasien (MEN) oder Von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) vorkamen. Diese können für die Entstehung verschiedener Tumoren verantwortlich sein.
  • Ob bei Ihnen selbst Anzeichen für oder Symptome von NET aufgetreten sind.

Ihr*e Ärzt*in wird zudem eine körperliche Untersuchung vornehmen, um Anzeigen wie empfindliche/schmerzende Körperstellen oder Knoten aufzuspüren.

Laboranalyse: den Hormonen auf der Spur

Bei Verdacht auf einen funktionell aktiven NET wird getestet, ob die Konzentration bestimmter Hormone im Blut erhöht ist. Bei einigen NET können die Hormonspiegel jedoch trotz typischer Symptome normal sein. Dann werden sogenannte Funktionstest eingesetzt. Bei funktionell nicht aktiven NET kann der Nachweis über die Messung von Tumormarkern anstatt von Hormonen erfolgen.

Biopsie und Ki67-Index

Vermutet Ihr*e Ärzt*in bei Ihnen einen NET, dann entnimmt er*sie womöglich eine Gewebeprobe des vermuteten Tumors. Dies erfolgt zumeist anhand einer Stanz- oder Feinnadelbiopsie, bei der eine Nadel zur Gewebsentnahme in den Körper eingeführt wird – ähnlich wie bei einer Blutentnahme.

Die betroffene Stelle wird für die Biopsie zunächst lokal betäubt. Die Probe wird dann im Labor von einem Pathologen untersucht, um vorhandene Tumorzellen zu identifizieren und ihre Merkmale zu beschreiben.

In manchen Fällen stellt der Pathologe den proliferativen Index Ihres Tumors fest, den sogenannten ‘Ki67-Index’. Damit lässt sich Ihr spezifischer NET-Grad ermitteln.

Der Ki67-Index gibt die Teilungsrate (Proliferation) der Zellen an. Ein Proliferationsindex von unter 3 % (Ki67 unter 3 %) bedeutet, dass der Tumor sehr langsam wächst, während ein Index von über 20 % (Ki67 über 20%) auf ein schnelleres Wachstum hinweist.

Dabei muss man bedenken, dass NET auch bei einem Ki67-Index mit Verweis auf eine schnellere Wachstumsrate ein relativ langsames Wachstum aufweisen. Zur Ermittlung Ihrer möglichen langfristigen Prognose müssen jedoch zahlreiche Faktoren betrachtet werden. Ihr*e Ärzt*in wird den Ki67-Index für die Auswahl einer geeigneten Behandlungsoption ermitteln und regelmäßig prüfen, welche Auswirkungen die Behandlung darauf hat.

Funktionstest: Messung von 5-Hydroxyindolessigsäure

Bei Verdacht auf einen NET, der das Hormon Serotonin produziert (Karzinoid-Syndrom) bestimmt man die Menge eines Abbauproduktes von Serotonin, die 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES). Gemessen wird die Menge, die während 24 Stunden mit dem Urin ausgeschieden wird. Der 24-Stunden-Urin wird in einem mit Säure versetzten Gefäß gesammelt, gekühlt und möglichst rasch zur Analyse gebracht.

Bitte beachten! Einige Lebensmittel und Medikamente können das Ergebnis verfälschen. Sie sollten mindestens 48 Stunden vor dem Test nicht verzehrt werden:

Nüsse, besonders Walnüsse, Tomaten, Ananas, Bananen, Kiwis, Pflaumen, Johannisbeeren, Zwetschgen, Stachelbeeren, Mirabellen, Melonen, Avocados, Auberginen, Papayas, Grapefruit, Datteln, Feigen und Oliven. Auch Kaffee, Kakao und Nikotin sind zu meiden, außerdem Paracetamol, Acetylsalicylsäure und andere Medikamente.

Patientenzitat

„Vor der ersten Messung von 5-HIES habe ich mich an keine spezielle Diät gehalten. Deshalb war das Ergebnis nicht zu bewerten. Beim zweiten Mal wusste ich dann aber Bescheid und habe auf bestimmte Lebensmittel verzichtet und den Urin fachgerecht gesammelt. Dann kam das Ergebnis: Laut Labordiagnose ein NET. Meine 5-HIES-Werte waren gegenüber den Normalwerten fast um das Dreieinhalbfache erhöht. Da war ich erst einmal schockiert – bis dahin hatte man ja noch keinen Tumor finden können.“
Herr M. T.*, 55 Jahre

Funktionstest: Der 72-Stunden-Fastentest

Er ist die wichtigste Nachweismethode für ein Insulinom. Bei gesunden Menschen führt eine Nulldiät zum Absinken des Glucosespiegels (Zuckerspiegels) im Blut. Die Bauchspeicheldrüse stoppt daraufhin die Freisetzung von Insulin. Glukose wird aus körpereigenen Speichern freigesetzt. Deshalb haben Gesunde selbst nach 72-stündigem Fasten normale Blutglucosespiegel. Insulinom-Patient*innen produzieren dagegen auch während einer Nulldiät Insulin. Im Verlauf des 72-stündigen Fastens tritt eine Unterzuckerung mit den typischen Anzeichen wie Übelkeit, Schwitzen, Zittern oder Nervosität auf, die sich nach Aufnahme zuckerhaltiger Nahrung bessern. Der Test muss unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden.

Während 72 Stunden darf nichts gegessen und außer Wasser nichts getrunken werden. Bei eindeutigem Ergebnis kann der Test vorzeitig beendet werden. Während des Tests erhält der Patient*in eine im Unterarm verbleibende Kanüle durch die Blut für die Laboruntersuchungen entnommen und Medikamente oder, bei Anzeichen einer Unterzuckerung, eine zuckerhaltige Lösung zugeführt werden kann. Die Blutentnahme wird anfangs alle sechs Stunden durchgeführt und deutlich häufiger, sobald der Blutzuckerspiegel unter eine bestimmte Marke fällt.

Funktionstest: Der Sekretintest

Die Diagnose des Gastrinoms beruht auf dem Nachweis einer stark erhöhten Magensäureproduktion und eines erhöhten Gastrinspiegels im Blut. Sind beide stark erhöht, hat sich der Verdacht auf ein Gastrinom bestätigt. Ist der Gastrinspiegel jedoch niedriger, wird die Diagnose mit dem Sekretintest überprüft.  12-14 Stunden vor dem Sekretintest sollten Patient*innen keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Arzneimittel, die die Säureproduktion im Magen beeinflussen, werden von dem*der Ärzt*in ggf. abgesetzt oder durch leichtere Medikamente ersetzt.

Mit einer im Unterarm verbleibenden Kanüle wird Blut zur Bestimmung des Nüchtern-Gastrinspiegels abgenommen, anschließend wird Sekretin gespritzt. Nach zwei, fünf, zehn, 15 und 30 Minuten wird der Gastrinspiegel bestimmt. Steigt Gastrin in diesem Zeitraum stark an, gilt die Gastrinomdiagnose als gesichert, denn Sekretin ist ein Hormon, das beim Menschen die Ausschüttung von Gastrin stimuliert.

Tumormarker-Tests

Bei funktionell nicht aktiven NET kann der Nachweis über die Messung von Tumormarkern anstatt von Hormonen erfolgen. Tumormarker sind Eiweiße oder andere Substanzen, deren erhöhte Konzentration mit einem Tumor verbunden sein kann und sich daher zur Verlaufskontrolle, gelegentlich auch zu Diagnosestellung, eignet.

Chromogranin A (CgA) wird bei NET am häufigsten eingesetzt. Bei anfänglich erhöhtem Chromogranin A eignet sich dieser Tumormarker auch besonders zur Verlaufskontrolle unter Therapie. Der CgA-Spiegel ist bei ca. 60 – 80 % der funktionellen und nicht-funktionellen GEP-NET erhöht.

Lesen Sie mehr darüber, wie Sie Überblick über Ihre medizinische Behandlung behalten können und wo Sie eine Kopie des Vordrucks mit medizinischen Daten als Word-Dokument, das Sie bearbeiten können, oder als schreibgeschützte PDF-Datei herunterladen können.

Übersicht der verwendeten Quellen, die dem Inhalt dieses Abschnitts zugrundeliegen >

Hier erfahren Sie mehr über die Bestimmung von Tumormarkern >

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