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Hilfreiches ausprobieren …

Es ist empfehlenswert, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. Probieren Sie leichte Vollkost, außerdem Nahrungsmittel, die stopfen: Kakao, schwarzer oder grüner Tee, Bitterschokolade oder Blaubeeren gehören z. B. dazu. Muskatnuss in kleinen Mengen verzögert den Transport der Nahrung in den Darm – reiben Sie das Gewürz in alle Speisen, zu denen es passt. Stellen Sie bei Haupt- und Zwischenmahlzeiten auf Kohlenhydrate mit geringem Faseranteil wie Weißbrot, weißen Reis, Nudeln, Kartoffeln ohne Schale sowie einfache Kekse um. Auch Haferflocken können sich hier positiv auswirken.

Essen Sie pektinreiches Obst und Gemüse: Ein geriebener Apfel vor der Mahlzeit unterstützt die Wasserbindung im Darm, Bananen sind besonders bekömmlich (Vorsicht: Bananen enthalten Serotonin und sind daher für Patient*innen mit funktionellen NET nicht immer geeignet) und helfen mit ihrem hohen Kaliumgehalt, den Verlust von Mineralien auszugleichen. Flohsamen binden ebenfalls Wasser und dicken so den Stuhl ein. Joghurt mit lebenden Kulturen kann sich positiv auswirken, das gilt aber nur für reinen oder probiotischen Joghurt. Vorsicht ist geboten wegen des enthaltenen Milchzuckers – probieren Sie, ob Sie ihn vertragen. Ebenfalls hilfreich kann medizinische Trockenhefe sein – aufgrund ihrer probiotischen Eigenschaften hilft sie bei verschiedensten Formen von Diarrhöen.

Erschwerendes vermeiden …

Nun zu den Nahrungsmitteln, die sich in vielen Fällen als ungünstig erwiesen haben: Dazu zählt Milchzucker, der in Milch, Molke und Buttermilch enthalten ist, aber auch in Lebensmitteln, denen Milchprodukte zugesetzt sind. Meiden Sie blähende, fettige, frittierte, sehr süße oder sehr scharfe Speisen ebenso wie Bohnen und Hülsenfrüchte. Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol, keine koffeinhaltigen und wenige bis keine kohlensäurehaltigen Getränke.

Rohes Gemüse und frisches Obst können Diarrhöen verschlimmern, ebenso säurehaltige Lebensmittel. Schälen Sie daher ggf. Ihr Obst und Gemüse. Der Süßstoff Sorbit(ol) wirkt abführend, er steckt in zuckerfreien Süßigkeiten und Kaugummis. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Magnesiumpräparate können Diarrhöen verursachen. Ein Hinweis zum Schluss: Bei chronischem Durchfall werden oft zu wenig fettlösliche Vitamine aufgenommen und es kann zu einem Verlust an Gallensäuren und Mineralien kommen. Beide müssen unter Umständen ersetzt werden – sprechen Sie Ihre*n Ärzt*in darauf an.

Karzinoid-Syndrom

„Schon von einem Schluck Wein bekomme ich extreme Flush-Anfälle. Sogar beim Kochen lassen wir deshalb jede Spur Alkohol weg, z. B. den Wein in der Soße vom Kalbsgeschnetzelten.“
Patient*, 52 Jahre


„Der Flush hat bei mir nichts mit Wein zu tun, obwohl es bei anderen Patienten wohl schon reicht, wenn sie nur am Korken riechen. Ich trinke immer noch gerne Wein und verzichte auch nicht auf Käse oder Walnüsse.“
Herr M. T.*, 55 Jahre

Einige Lebens- oder Genussmittel können einen Flush auslösen – aber nicht immer und bei jeder*jedem Patient*in. Wie bei vielen NET-Symptomen reagiert jede*r Betroffene individuell. Dennoch gibt es Lebensmittel, nach deren Genuss erfahrungsgemäß häufig ein Flush auftritt.

Das gilt ebenso für andere typische Symptome des Karzinoid-Syndroms, etwa Durchfälle. Die wichtigsten potenziellen Auslöser sind Alkohol und Nahrungsmittel, die biogene Amine enthalten. Besonders viel Amine enthalten gealterter Käse, geräucherte, gesalzene oder eingelegte Fisch- oder Fleischspeisen, Hefeextrakte, Bierhefe, dicke Bohnen, Sauerkraut und Sojaprodukte. Einen mittleren Amingehalt haben Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke, Schokolade, Wal- und Erdnüsse, Bananen, Himbeeren und Avocado. Außerdem können auch scharfe und fettige Speisen, rohe Gemüse und Früchte oder große Mahlzeiten Beschwerden hervorrufen – versuchen Sie es daher eher mit mehreren kleinen Mahlzeiten.

Starker Durchfall

„Mein neuroendokriner Tumor verursacht starken Durchfall. Gibt es etwas, womit ich diese Beschwerden lindern kann?“

Patient*, 52 Jahre

Viele Patient*innen können die Häufigkeit und Stärke der Diarrhöen durch ihre Ernährung beeinflussen. Manchmal kann ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Getränk den Durchfall geradezu provozieren – umso leichter ist es dann, durch Weglassen dieser Lebensmittel Durchfall zu vermeiden. Ein Verlust an Lebensqualität ist damit nicht unbedingt verbunden. Manches Leibgericht kann schon mit einer kleinen Rezeptänderung auf der Speisekarte bleiben. Finden Sie durch Selbstbeobachtung heraus, ob bestimmte Lebensmittel Ihr Leiden auslösen, verstärken oder lindern.

„Lernen, auf seinen Körper zu hören“, nennt das einer unserer befragten Patienten treffend. Einige Erfahrungswerte können dabei als Richtschnur dienen. Doch vorab der wichtigste Hinweis: Gleichen Sie unbedingt den großen Flüssigkeitsverlust durch häufiges Trinken aus! Mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollten Sie pro Tag zu sich nehmen, am besten in Form von Wasser mit möglichst wenig Kohlensäure, dünnen Saftschorlen, schwach gesüßten Tees, entkoffeiniertem Kaffee oder Bouillon. Flüssigkeiten werden in Raumtemperatur besser vertragen als sehr heiß oder kalt.

Durchfall kann verschiedene Ursachen haben, die Sie ermitteln und gemeinsam mit Ihrem NET-Team kontrollieren sollten. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in oder der Fachpflegekraft über jedes Auftreten von Durchfall. Chronischer Durchfall kann zu Dehydrierung und Gewichtsverlust führen. Wenden Sie sich vor Einnahme von Mitteln gegen Durchfall an Ihre*n Ärzt*in oder die Fachpflegekraft, weil sich diese Mittel auf einige NET-Therapien auswirken.

Patient*innenzitate

„Sehr fette oder saure Lebensmittel und Alkohol führen bei mir zu Diarrhöen – einen Schweinebraten esse ich aber durchaus mal und vertrage ihn gut. Essig vertrage ich allerdings überhaupt nicht. Da ich leidenschaftlich gerne Salat mit Bratkartoffeln esse, nehme ich einfach für die Salatsoße Zitrone statt Essig. Der Salat schmeckt damit genauso lecker. Grundsätzlich esse ich keine Fertignahrungsmittel, deren Zusatzstoffe bekommen mir nicht. Da ich aber gerade unterwegs keinen Durchfall gebrauchen kann, nehme ich statt Fertignahrungsmitteln oft zwei bis drei hartgekochte Eier als Snack mit. Auch zu Hause bereite ich mir alles selbst zu, habe mir sogar eine Eismaschine gekauft und stelle Eis aus Sahne und Früchten her. Das schmeckt und tut mir gut, im Gegensatz zum Fertigeis aus dem Supermarkt.“
Herr F. G.*, 59 Jahre

„Bestens vertrage ich morgens einen Haferbrei aus frisch in Milch gekochten feinen Haferflocken, dazu einen geriebenen Apfel und einige Esslöffel Naturjoghurt. Das Ganze mit etwas Zimt und Zucker überstreut oder mit Ahornsirup verfeinert – fertig ist ein gut bekömmliches, leckeres und sättigendes Frühstück.“
Frau H. B.*, 56 Jahre

Krebsdiäten

Wir raten generell zur Vorsicht und auf jeden Fall zur Rücksprache mit Ihrem*Ihrer behandelnden Ärzt*in. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Ernährung ist keine Krebstherapie! Von einigen Diäten ist sogar zu befürchten, dass sie Schaden anrichten. Strenge Fastenkuren oder strikt einseitige Ernährungsvorschriften beispielsweise enthalten dem Körper wichtige Nährstoffe vor. Mögliche Folgen sind Gewichtsverlust und Mangelernährung.

Patientinnenzitat

„Eine Zeit lang habe ich gedacht, dass ich jetzt Lebensmittel essen muss, die krebshemmende Stoffe haben oder sogar Krebszellen töten können. Mein Mann hat sich dann gewundert, dass ich immer Himbeeren im Haus hatte und oft Brokkoli gegessen habe, obwohl ich Brokkoli gar nicht mag. Das sind ja so Hoffnungen, an die man sich klammert. Inzwischen habe ich mich von solch abstrusen Vorstellungen gelöst. Ich versuche, mich nach wie vor gesund und abwechslungsreich zu ernähren und auf meinen Körper zu hören. So esse ich, was mir schmeckt und mir gut bekommt. Als Verdauungshilfe, zum Wohlgefühl und zur Krankheitsbewältigung hilft mir viel körperliche Bewegung in schöner Natur.“
Frau H. B.*, 56 Jahre

*Name ist der Redaktion bekannt

 

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