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Patientenzitate

 
 
 

„Ich bin immer noch ein sehr starker Kaffeetrinker, ich esse ja auch mal Süßigkeiten, also ich hab nichts, was mich einschränkt.“

Sabine aß schon immer sehr gut und gerne. Vor der Diagnose verlor sie aufgrund von starken Durchfällen rapide an Gewicht. Dies hat sich mit der Therapie jedoch deutlich gebessert. In den letzten fünf Jahren legte sie auch wieder an Gewicht zu – sehr zur Freude der Ärzte. Trotz NET kann Sabine fast alles Essen und hat kaum Einschränkungen.

Dennoch stellte sie ihre Ernährung um. Heute isst sie viel bewusster und veränderte auch ihr Einkaufsverhalten stark. Sie versucht beispielsweise, blähende Speisen wie Blumenkohl oder Rosenkohl zu vermeiden, denn das verträgt sie nicht mehr so gut. Auch auf Alkohol verzichtet sie seit der Diagnose.

Hans-Joachim treibt viel Sport und lebt sehr bewusst. Er achtet sehr auf seine Ernährung und kann dadurch weitestgehend ein normales Leben führen.
Er hat relativ schwache körperliche Symptome. Das kommt zum Teil auch daher, dass er keine Lebermetastasen hat. Daher gönnt er sich auch ab und an ein kleines Gläschen Wein.
Anderen NET-Patienten empfiehlt er, auszuprobieren, was ihnen gut tut und was nicht. Dafür gibt es für Hans-Joachim keine globalen Regeln, denn jeder Mensch verträgt Lebensmittel unterschiedlich gut, ob mit oder ohne NET.

 
 

„Auch wenn man die Ernährung umstellt, braucht man nicht auf eine Lebensqualität zu verzichten.“

 

„Auf Fleisch verzichten tue ich auch nicht, aber ich bin nicht die Person, die jeden Tag Fleisch braucht in der Woche.“

Alexandra hat unabhängig von ihrer NET-Diagnose eine Laktoseintoleranz, die sie bei Bedarf mit entsprechenden Tabletten behandelt. Dennoch isst sie im Alltag alles und probiert auch gerne neue Zutaten und Gerichte aus. Sie erkennt dann recht schnell, ob es ihr gut tut oder nicht. Alkohol trank sie auch vorher nicht viel und lässt ihn seit der Diagnose ganz weg.

Hilfreiches ausprobieren …

Es ist empfehlenswert, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. Probieren Sie leichte Vollkost, außerdem Nahrungsmittel, die stopfen: Kakao, schwarzer oder grüner Tee, Bitterschokolade oder Blaubeeren gehören z. B. dazu. Muskatnuss verzögert den Transport der Nahrung in den Darm – reiben Sie das Gewürz in alle Speisen, zu denen es passt. Essen Sie pektinreiches Obst und Gemüse: Ein geriebener Apfel vor der Mahlzeit unterstützt die Wasserbindung im Darm, Bananen sind besonders bekömmlich und helfen mit ihrem hohen Kaliumgehalt, den Verlust von Mineralien auszugleichen. Flohsamen binden ebenfalls Wasser und dicken so den Stuhl ein. Joghurt mit lebenden Kulturen kann sich positiv auswirken, das gilt aber nur für reinen oder probiotischen Joghurt. Vorsicht ist geboten wegen des enthaltenen Milchzuckers – probieren Sie, ob Sie ihn vertragen. Ebenfalls hilfreich kann medizinische Trockenhefe sein – aufgrund ihrer probiotischen Eigenschaften hilft sie bei verschiedensten Formen von Diarrhöen.

Erschwerendes vermeiden …

Nun zu den Nahrungsmitteln, die sich in vielen Fällen als ungünstig erwiesen haben: Dazu zählt Milchzucker, der in Milch, Molke und Buttermilch enthalten ist, aber auch in Lebensmitteln, denen Milchprodukte zugesetzt sind. Meiden Sie blähende, fettige, frittierte, sehr süße oder sehr scharfe Speisen. Trinken Sie keinen Alkohol, keine koffeinhaltigen und keine kohlensäurehaltigen Getränke. Rohes Gemüse und frisches Obst können Diarrhöen verschlimmern, ebenso säurehaltige Lebensmittel. Der Süßstoff Sorbit(ol) wirkt abführend, er steckt in zuckerfreien Süßigkeiten und Kaugummis. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Magnesiumpräparate können Diarrhöen verursachen. Ein Hinweis zum Schluss: Bei chronischem Durchfall werden oft zu wenig fettlösliche Vitamine aufgenommen und es kann zu einem Verlust an Gallensäuren und Mineralien kommen. Beide müssen unter Umständen ersetzt werden – sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Karzinoid-Syndrom

„Schon von einem Schluck Wein bekomme ich extreme Flush-Anfälle. Sogar beim Kochen lassen wir deshalb jede Spur Alkohol weg, z. B. den Wein in der Soße vom Kalbsgeschnetzelten.“
Patient*, 52 Jahre


„Der Flush hat bei mir nichts mit Wein zu tun, obwohl es bei anderen Patienten wohl schon reicht, wenn sie nur am Korken riechen. Ich trinke immer noch gerne Wein und verzichte auch nicht auf Käse oder Walnüsse.“
Herr M. T.*, 55 Jahre

Einige Lebens- oder Genussmittel können einen Flush auslösen – aber nicht immer und bei jedem Patienten. Wie bei vielen NET-Symptomen reagiert jeder Betroffene individuell. Dennoch gibt es Lebensmittel, nach deren Genuss erfahrungsgemäß häufig ein Flush auftritt. Das gilt ebenso für andere typische Symptome des Karzinoid-Syndroms, etwa Durchfälle. Die wichtigsten potenziellen Auslöser sind Alkohol und Nahrungsmittel, die biogene Amine enthalten. Sie sollten ggf. gemieden werden. Besonders viel Amine enthalten gealterter Käse, geräucherte, gesalzene oder eingelegte Fisch- oder Fleischspeisen, Hefeextrakte, Bierhefe, dicke Bohnen, Sauerkraut und Sojaprodukte. Einen mittleren Amingehalt haben Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke, Schokolade, Wal- und Erdnüsse, Bananen, Himbeeren und Avocado. Außerdem können auch scharfe und fettige Speisen, rohe Gemüse und Früchte oder große Mahlzeiten Beschwerden hervorrufen.

Starker Durchfall

„Mein neuroendokriner Tumor verursacht starken Durchfall. Gibt es etwas, womit ich diese Beschwerden lindern kann?“

Patient*, 52 Jahre

Viele Patienten können die Häufigkeit und Stärke der Diarrhöen durch ihre Ernährung beeinflussen. Manchmal kann ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Getränk den Durchfall geradezu provozieren – umso leichter ist es dann, durch Weglassen dieser Lebensmittel Durchfall zu vermeiden. Ein Verlust an Lebensqualität ist damit nicht unbedingt verbunden. Manches Leibgericht kann schon mit einer kleinen Rezeptänderung auf der Speisekarte bleiben. Finden Sie durch Selbstbeobachtung heraus, ob bestimmte Lebensmittel Ihr Leiden auslösen, verstärken oder lindern.

„Lernen, auf seinen Körper zu hören“, nennt das einer unserer befragten Patienten treffend. Einige Erfahrungswerte können dabei als Richtschnur dienen. Doch vorab der wichtigste Hinweis: Gleichen Sie unbedingt den großen Flüssigkeitsverlust durch häufiges Trinken aus! Mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollten Sie pro Tag zu sich nehmen, am besten in Form von Wasser mit möglichst wenig Kohlensäure, dünnen Saftschorlen, schwach gesüßten Tees, entkoffeiniertem Kaffee oder Bouillon. Flüssigkeiten werden in Raumtemperatur besser vertragen als sehr heiß oder kalt.

Patientenzitat

„Sehr fette oder saure Lebensmittel und Alkohol führen bei mir zu Diarrhöen – einen Schweinebraten esse ich aber durchaus mal und vertrage ihn gut. Essig vertrage ich allerdings überhaupt nicht. Da ich leidenschaftlich gerne Salat mit Bratkartoffeln esse, nehme ich einfach für die Salatsoße Zitrone statt Essig. Der Salat schmeckt damit genauso lecker. Grundsätzlich esse ich keine Fertignahrungsmittel, deren Zusatzstoffe bekommen mir nicht. Da ich aber gerade unterwegs keinen Durchfall gebrauchen kann, nehme ich statt Fertignahrungsmitteln oft zwei bis drei hartgekochte Eier als Snack mit. Auch zu Hause bereite ich mir alles selbst zu, habe mir sogar eine Eismaschine gekauft und stelle Eis aus Sahne und Früchten her. Das schmeckt und tut mir gut, im Gegensatz zum Fertigeis aus dem Supermarkt.“
Herr F. G.*, 59 Jahre

„Bestens vertrage ich morgens einen Haferbrei aus frisch in Milch gekochten feinen Haferflocken, dazu einen geriebenen Apfel und einige Esslöffel Naturjoghurt. Das Ganze mit etwas Zimt und Zucker überstreut oder mit Ahornsirup verfeinert – fertig ist ein gut bekömmliches, leckeres und sättigendes Frühstück.“
Frau H. B.*, 56 Jahre

Krebsdiäten

Wir raten generell zur Vorsicht und auf jeden Fall zur Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Ernährung ist keine Krebstherapie! Von einigen Diäten ist sogar zu befürchten, dass sie Schaden anrichten. Strenge Fastenkuren oder strikt einseitige Ernährungsvorschriften beispielsweise enthalten dem Körper wichtige Nährstoffe vor. Mögliche Folgen sind Gewichtsverlust und Mangelernährung.

Patientenzitat

 

„Eine Zeit lang habe ich gedacht, dass ich jetzt Lebensmittel essen muss, die krebshemmende Stoffe haben oder sogar Krebszellen töten können. Mein Mann hat sich dann gewundert, dass ich immer Himbeeren im Haus hatte und oft Brokkoli gegessen habe, obwohl ich Brokkoli gar nicht mag. Das sind ja so Hoffnungen, an die man sich klammert. Inzwischen habe ich mich von solch abstrusen Vorstellungen gelöst. Ich versuche, mich nach wie vor gesund und abwechslungsreich zu ernähren und auf meinen Körper zu hören. So esse ich, was mir schmeckt und mir gut bekommt. Als Verdauungshilfe, zum Wohlgefühl und zur Krankheitsbewältigung hilft mir viel körperliche Bewegung in schöner Natur.“
Frau H. B.*, 56 Jahre

 

*Name ist der Redaktion bekannt

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