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Die Suche nach dem richtigen Weg

Körper und Geist ihre Ruhe gönnen heißt auch selbst Ruhe und Gelassenheit finden. Dies ist gerade in den schweren Zeiten einer Krankheit wie NET besonders wichtig. Manchem gelingt es auf sogenannte passive Art – beim Musikhören, beim Lesen, im Theater oder Konzert. Andere wiederum helfen sich mehr durch systematische Methoden – die aktiven  Entspannungstechniken. Gleich vorneweg: Die positive Wirkung auf den Menschen im Allgemeinen ist wissenschaftlich belegt. Auch bei NET-Patient*innen wurde sie durch die Aussagen von Betroffenen bestätigt.

Einfach nichts tun,
einfach nur sein

Zur Ruhe kommen! Gar nicht so einfach, werden manche sagen. Besonders wenn man an NET erkrankt ist. Doch mit ganz bestimmten Entspannungsübungen gelingt es uns, dies zu erleben. „Tue nichts, doch das tue richtig.“ Wer sich dabei auf  Beziehungen mit sich selbst einlässt, wer das In-sich-Hineinhören spürt, wird neue Kraft schöpfen können. Bei aktiven Entspannungstechniken, bei denen wir uns  vergegenwärtigen, wie sich Konzentration auf das Wahrnehmen, auf das Beobachten, auf unser Befinden auswirkt.

Aktives Entspannen - was bewirkt es?

Entspannungstechniken wirken gezielt auf den Organismus. So lösen sie beispielsweise Muskelverspannungen und beruhigen Herz und Kreislauf. Sie können helfen, in besonderen Stresssituationen die psychischen Erregungen abzubauen – wir werden wieder ruhiger, gelassener, ausgeglichener. Täglich angewandt, tragen sie dazu bei, chronische und akute Beschwerden zu vermindern. Kurz: Wir fühlen uns gelöster und dennoch wieder belastbarer. Wir erleben in der Phase nach unseren täglichen Entspannungsübungen im Körper ein beruhigendes Wohlgefühl. Unser Atem wird ruhig, die Muskeln sind entspannt, der Kopf lebt freier. Der Alltag hat uns wieder – doch wir bestimmen jetzt den Rhythmus. Wem die Zeit der eigenen Stille ohne äußere Einflüsse gelingt, der wird auch sein Bewusstsein für den Alltag anders erleben:

Ein ruhiger Ort zur richtigen Zeit

Beim Spazierengehen mit  offenen Augen, im Erleben aller Sinne beim Schmecken und Riechen, beim Zuhören, beim Fühlen, Spüren, beim achtsamen Empfinden jedes einzelnen Atemzuges. Gelegenheiten dazu gibt es reichlich – überall und jederzeit im Leben.

Für viele haben Entspannungsübungen gleich nach dem Wachwerden einen festen Platz in ihren täglichen Bewegungsabläufen  eingenommen. Andere wenden ihre Methode immer dann an, wenn sie spüren, jetzt braucht mein Körper eine  Entspannungsphase. Rund 20 Minuten täglich sind meist ausreichend.

Wichtig ist, sich in einen Raum zu schaffen, in den wir uns ungestört zurückziehen  können – körperlich wie geistig. Ohne Geräuschkulisse, in legerer Kleidung, in einer „Wohlfühlatmosphäre“. Unabhängig von den individuell angewandten Entspannungstechniken gilt für alle gleich zu Beginn ihrer Übung: Die Augen schließen, mehrmals tief und ruhig über die Bauchmuskulatur ein- und ausatmen und sich dann ganz auf seinen Körper konzentrieren.

Obwohl sie „aktive“ Entspannungsübungen heißen, kommt es auf unsere „passive“ innere Haltung an. Erst dann kann es zu einem kleinen Schritt in die richtige Entspannung werden:  Lassen Sie alles geschehen, was kommt – in erster Linie die Ruhe.

Entspannungstechniken gibt es viele, doch nicht alle sind immer gleich gut geeignet. Therapeut*innen helfen Ihnen gerne bei der Wahl der für Sie geeigneten Entspannungstechnik. Idealerweise sollten Sie durch ein intensives Üben zu Ihrer ganz persönlichen und spürbar Erfolg versprechenden Form der Entspannung kommen.

Aus zahlreichen Gesprächen mit NET-Betroffenen wissen wir, dass es Techniken gibt, mit denen sie sehr gute Erfahrungen gemacht haben, die ihnen geholfen haben, wieder aus der Krise herauszukommen, sie teilweise sogar zu bewältigen. Dazu zählen in erster Linie Yoga, Qi Gong und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Yoga – alte Wurzeln indischer Heilkunde

Es ist ein starkes Gefühl, wenn sich die Grenzen zwischen Körper und Geist auflösen – wie es die Yoga-Lehre fördert. Körperbeherrschung, Geisteskonzentration und Atemtechnik sind die elementaren Kraft- und Harmoniefelder, die beim Yoga ineinandergreifen.

Mentale und körperliche Entspannungsübungen bringen die Lebensenergie des  Menschen wieder zum Fließen und fördern damit auch die geistige Konzentration auf das Wesentliche. So vielfältig auch die Übungen sind, führen sie alle zu einem Ziel: Körpergefühl und Atemtechniken werden harmonisch miteinander verbunden, um  Verspannungen zu lösen, die inneren Organe zu kräftigen und den Geist zu wecken.

Wer Yoga zu einer festen Größe in seinem Leben machen möchte, findet inzwischen eine Vielzahl von Kursen und Seminaren so gut wie an jedem Ort. Auch das Bücherangebot mit praktischen Ratgebern, teilweise mit CDs, ist fast schon nicht mehr überschaubar. Besonders hervorzuheben ist, dass im April 2011 ein Übungsbuch erschienen ist, das speziell für Krebspatient*innen entwickelt wurde. Erstmals gibt es hier ein Yoga-Programm, mit dem NET-Betroffene durch Übungen zu sich selber finden können. Und das sie genau dort abholt, wo sie gerade sind: bei Unruhe und Erschöpfung, bei Ängsten und Ungleichgewicht. Die Autorin und Diplompsychologin Evelyn Horsch-Ihle hat das in ihrem Buch beschriebene Yoga-Programm in sechsjähriger Arbeit gemeinsam mit Krebspatient*innen entwickelt. Sie zeigt damit auf, dass  Betroffene ihrer inneren Heilkraft vertrauen dürfen und ihre wertvolle Lebensenergie wieder zurückgewinnen können.

Evelyn Horsch-Ihle
Yoga für Krebspatienten

Paperback, 272 Seiten,
180 farbige Fotos,
ISBN: 978-3-86616-174-0
€ 19,95 (D)
Verlag Via Nova

Qi Gong – das freie Fließen von Energien

Qi Gong, häufig auch Chi Gong, hat seinen Ursprung in der chinesischen Medizin und Philosophie. „Qi“ steht dabei für die sich bewegende Kraft des Körpers und hat die Bedeutung von Atem und Energie. „Gong“ wird übersetzt einerseits mit Arbeit, bedeutet aber auch Fähigkeit und Können. Der Ursprung des Qi Gong liegt Jahrtausende zurück und ist heute noch als Meditations-, Konzentrations- und  Bewegungsform für Körper und Geist eine anerkannte und häufig praktizierte Therapie in China.

Nach Überzeugung seiner Befürworter helfen die Übungen, die Lebensenergie zu stärken und zu einer ausgewogenen und stabilen geistigen Verfassung zu kommen. Chinesische Ärzt*innen sehen Qi Gong als Gesundheitsübungen zur Förderung und Stabilisierung des Energiehaushalts im Körper.

Seit rund 30 Jahren haben die Übungsformen des Qi Gong auch erfolgreichen Zugang im europäischen Raum gefunden. Es würde hier den Rahmen sprengen, ausführlich Übungen vorzustellen. Eine der wohl bewährtesten und am häufigsten praktizierten Techniken, im Qi Gong Systeme genannt, sind die Acht-Brokat-Übungen. Aus therapeutischer Sicht wird durch die Kräftigung der Muskulatur und die Dehnung von Sehnen und Bändern der Lymphfluss im gesamten Körper angeregt und damit die Blutzirkulation verbessert. Durch langsames und tiefes Atmen wird der gesamte Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt. Aus philosophischer Sicht verhelfen die Körperübungssysteme durch ihre energetische und mentale Wirkung, einen inneren Rhythmus zu finden, der zu mehr Ausgeglichenheit und Entspannung führt.


Kontaktadresse:

Deutsche Qigong Gesellschaft e. V.,
Geschäftsstelle,
Guttenbrunnweg 9, 89165 Dietenheim,
Tel.: 07347 / 34 39, Fax: 07347 / 92 18 06

Großmeister Qingshan Liu ist ein international hochgeschätzter Arzt und Qi Gong-Experte. Er stammt aus einer Familie, die seit mehr als zehn Generationen u. a. die sogenannten AMQ-Geheimtechniken nach der chinesischen Tradition kultiviert und als Begründer der Münchner Qi Gong-Akademie in Deutschland auch publik gemacht hat. In seinem Buch über Qi Gong gibt er fundiert seine Erkenntnisse, speziell auch für krebskranke Menschen, weiter und führt praxisorientiert in die Übungs-Systeme ein. Begleitend dazu gibt es auch Audio-CDs und DVDs, die jedem den Einstieg ins Qi Gong erleichtern.

Liu Qingshan – Qi Gong
Der chinesische Weg für ein gesundes, langes Leben

Gebundenes Buch, Pappband, 160 Seiten,
ca. 300 Abbildungen in s/w
ISBN: 978-3-517-08664-4€
18,99 (D)
Südwest Verlag

Patientenzitat

“Qi Gong habe ich zum ersten Mal in der Reha-Klinik kennengelernt. Ich fand das richtig gut. Dann hab ich mir eine DVD gekauft. Die lege ich in den Fernseher ein und dann mache ich die Übungen. Es sieht vielleicht etwas ungewöhnlich aus, aber diese ruhigen Bewegungen, die ineinanderfließen und auf die man sich konzentriert, das ist schon toll zum Entspannen.”
Herr T.H. *, 41 Jahre

Progressive Muskelentspannung – entspannte Reise ins Körperinnere

Der amerikanische Arzt und Physiologe Edmund Jacobson entwickelte im Jahre 1938 die Progressive Muskelentspannung. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Entspannungstechnik auch in Deutschland populär und zählt heute zu den bekanntesten und mit am häufigsten angewandten Trainingsverfahren. Ganz allgemein zusammengefasst handelt es sich um die Verminderung und Prävention von Stress. Da das Prinzip der Progressiven Muskelentspannung oder auch Progressiven Muskelrelaxation (PMR) sehr einfach zu erlernen ist, finden die Menschen auch schnell Zugang zu den Übungen. In vielen Fällen – so berichten ausgebildete Therapeuten – wirkt die PMR bereits nach der ersten Anwendung sehr positiv.

Mithilfe einer Audio-CD, die in systematisch geführter Form die Übungen bei gleichzeitiger Anwendung erklärt, kann die PMR jederzeit in so gut wie allen Situationen problemlos angewandt werden: ob zu Hause, auf Reisen zwischen Autofahrten, im Zug oder Flugzeug, während der Arbeit, vor dem Einschlafen oder gleich nach dem Aufwachen. Das einfache Prinzip ist Erfolg versprechend:

Nacheinander werden verschiedene Muskelpartien für einige Sekunden angespannt und danach deutlich länger wieder losgelassen. Durch diesen permanenten Wechsel wird die eintretende Entspannung intensiv wahrgenommen. Dabei entsteht durch die Erweiterung der Hautgefäße in der Regel ein Wärmegefühl sowie eine Verlangsamung und Gleichmäßigkeit von Atmung und Herzschlag. Dank dieser physischen und psychischen Gelöstheit und Entspannung – so konnte nachgewiesen werden – können auch Angstzustände abgebaut werden.

Einige Krankenkassen bieten inzwischen kostenfreie Kurse an. Allerdings sollten Interessenten an der PMR unbedingt vorher ihre*n Ärzt*in befragen, da nicht in allen Fällen eines Krankheitsbildes diese Entspannungstechnik geeignet ist.

Patientenzitat

„Progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann ich sehr empfehlen. Da gibt es eine CD, die lege ich ein, höre zu und folge den Anleitungen. Da spannt man die Muskeln bewusst an, konzentriert sich und spürt dann wieder die Entspannung der Muskeln. Hinterher bin ich perfekt entspannt.“
Patient*, 52 Jahre

 

*Name ist der Redaktion bekannt

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