Generell entstehen Tumoren, wenn bestimmte Kontrollmechanismen der Zelle nicht mehr funktionieren und es zu einem unkontrollierten Wachstum kommt. Neuroendokrine Zellen finden sich vor allem im Magen-Darm-Trakt und der Bauchspeicheldrüse.
Darum entstehen hier die meisten neuroendokrinen Tumoren. Man findet neuroendokrine Tumoren aber auch in Lunge, Thymus, Nebenniere oder Schilddrüse.
Die Ursache für die Entstehung eines neuroendokrinen Tumors ist meist nicht bekannt. Eine Minderheit der neuroendokrinen Tumoren ist im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie genetisch bedingt und damit vererbbar.
Dr Geboes erklärt, wodurch neuroendokrine Tumoren verursacht werden
“Bei bestimmten Untergruppen wissen wir, was neuroendokrine Tumoren verursacht. Beispielsweise gibt es eine Tumorart im Magen, von der wir wissen, dass der Krebs durch eine zu geringe Sekretion von Magensäure verursacht wird.”
Dr Khan erklärt, wodurch neuroendokrine Tumoren verursacht werden
„Niemand weiß genau, was NET verursacht. Bei einem kleinen Teil der NET-Patient*innen liegt eine genetische Disposition zugrunde, dennoch wird weiter daran geforscht wie NET entstehen, und dies umfasst auch, die Genetik neuroendokriner Tumoren zu betrachten.“
Wo entwickeln sich neuroendokrine Tumoren?
Krebs wird meistens nach dem Körperteil benannt, in dem der Krebs zu wachsen beginnt. Daher spricht man von der primären Lokalisation oder vom Primärtumor. Wenn die Krebszellen von der ursprünglichen Stelle in andere Körperteile streuen, spricht man vom Sekundärtumor oder von Metastasen (Tochtergeschwülsten).
Bei NET können die primären Tumoren nahezu überall im Körper auftreten, jedoch entwickeln sie sich zumeist im Magen-Darm-Trakt (im Verdauungssystem), in der Bauchspeicheldrüse und in den Lungen.
Primärtumoren können sich auch in anderen Regionen entwickeln, wie beispielsweise in den Eierstöcken oder in den Hoden, und dann in die Leber oder in die Knochen streuen.
Im Vergleich zu anderen Krebsarten sind neuroendokrine Tumoren klein und wachsen in der Regel langsam über mehrere Jahre. Dennoch können einige NET schneller wachsen als andere. NET verursachen in der Regel keine auffälligen Symptome, solange die Tumoren nicht soweit gewachsen sind, dass sie streuen. Bis zum Zeitpunkt der NET-Diagnosestellung sind mehr als 50 % der Fälle metastasiert.
Bei der Erstellung der Informationen in diesem Abschnitt wurden mehrere Quellen verwendet, wie zum Beispiel:
- International Rare Cancers Initiative website Accessed August 2016
- Rare Cancers Europe website Accessed August 2016
- Cancer Research UK. Letzter Zugriff im November 2020.
- Halperin DM, Shen C, Dasari A, et al. Frequency of carcinoid syndrome at diagnosis. Lancet Oncol. 2017;18(4):525-34.
- Lawrence B, et al. Endocrinol Metab Clin North Am. 2011;40(1):1-18.
- Neuroendocrine Cancer UK. Letzter Zugriff im November 2020.
- Rare Cancers Europe. Letzter Zugriff im November 2020.
- Ra JH, Raper SE. Small bowel. In: Atluri P, et al, eds. The Surgical Review: An Integrated Basic and Clinical Science Study Guide. Philadelphia, PA: Lippincott Williams and Wilkins; 2005:Kap. 13.
- Shen C, et al. Frequency of carcinoid syndrome at diagnosis. Lancet Oncol. 2017;18(4):525–34.
- US National Cancer Institute. Letzter Zugriff im November 2020.
