März 3, 2026
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Lebergerichtete Therapien

Wenn sich Ihr neuroendokriner Tumor (NET) in der Leber ausgebreitet hat und durch einen operativen Eingriff nicht entfernt werden konnte, wird Ihr*e Ärzt*in Ihnen möglicherweise andere medizinische Verfahren empfehlen, um diese Tochtergeschwülste zu behandeln. Viele dieser Verfahren sind in diesem Abschnitt beschrieben.

Radiofrequenzablation

Die Radiofrequenzablation kann bei Patient*innen mit NET angewendet werden, die relativ wenige Sekundärtumoren (Metastasen) haben, die sich in der Leber ausgebreitet haben.

Bei der Radiofrequenzablation wird mithilfe eines bildgebenden Verfahrens eine Nadel in die Tumormitte eingeführt, über die dann Strom zugeführt wird, um Hitze zu erzeugen und so den Tumor zu zerstören. Die Radiofrequenzablation ist eine minimal invasive Prozedur. Vor der Behandlung erhalten Sie entweder ein lokales Anästhetikum oder eine Vollnarkose.

Perkutane Alkoholinjektion

Bei der perkutanen Alkoholinjektion wird reiner Alkohol über die Haut direkt in die Lebermetastase injiziert. Dieses Verfahren wird auch als perkutane Ethanol-Injektion bezeichnet.

Diese Behandlung wird mit einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt, sodass der*die Ärzt*in genau sehen kann, an welcher Stelle der Alkohol injiziert werden muss. Der Alkohol tötet den Krebs ab, in dem er das Gewebe austrocknet und dessen Blutversorgung unterbricht.

Chemoembolisation der Leber

Die Chemoembolisation kann ebenfalls zur Behandlung von Lebermetastasen von NET eingesetzt werden. Das Chemotherapeutikum wird in die Leberarterie injiziert, die den Lebertumor mit Blut versorgt. Hohe Dosen des Chemotherapeutikums, die mit den Krebszellen in Berührung kommen, töten den Tumor ab.

Radioembolisation

Ihr*e Ärzt*in kann Ihnen auch zu einer anderen Behandlung namens Radioembolisation raten, um Ihre Lebermetastasen zu behandeln. Sie ähnelt der Chemoembolisation der Leber, doch wird anstelle der Chemotherapie Strahlung verwendet, um die Blutversorgung zu den neuroendokrinen Krebszellen in der Leber zu unterbrechen. Dieser Prozess hemmt den Tumor daran, Hormone im Blutkreislauf freizusetzen.

Bei diesem Therapieverfahren wird Ihr*e Ärzt*in Ihnen kleine Kügelchen, sogenannte Mikrosphären, in die Leberarterie injizieren, die die Metastasen mit Blut versorgt. Die von den Mikrosphären ausgesendete Strahlung schädigt die Blutversorgung zum Tumor und die DNA der Krebszellen, wodurch ihr Wachstum gehemmt wird.

Kryoablation

Bei diesem Verfahren wird eine dünne, gebogene Nadel (Kryosonde) durch die Haut direkt in den Tumor eingeführt. In die Kryosonde wird ein Gas gepumpt, damit das Gewebe gefriert und so geschädigt oder zerstört wird. Anschließend tauen die Krebszellen wieder auf.

Es können mehrere Sitzungen nötig sein, um die Metastase zu schädigen oder zu zerstören. Die Kryoablation wird auch als perkutane Kryoablation, Kryotherapie oder Kältechirurgie bezeichnet.