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Sabine

„Ich habe durch diese Diagnose sozusagen ein anderes Leben geschenkt bekommen und eine Chance, mein Leben anders zu leben als vorher.“

Die Vorgeschichte waren jahrelange Beschwerden und Bauchkrämpfe. Ich bin immer wieder zum Arzt gegangen aber trotz Blutuntersuchungen und Ultraschall hat man nichts gefunden. Das hat sich über Jahre hinweg gezogen.

Da ich berufstätig war, hat man es auf Stress und psychosomatische Beschwerden geschoben. Ich war dann auch eine Weile krankgeschrieben, aber im März 2012 ging es mir so schlecht, dass ich zum ersten Mal ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Aber auch dort hat man nichts gefunden.

An Symptomen hatte ich natürlich immer wieder mal diverse Bauchschmerzen. Die Flush-Symptomatik, bei der das Gesicht rot anläuft und die extremen Durchfälle kamen erst im November 2011 beziehungsweise ab Anfang 2012 und das wurde immer massiver. Diese Symptome haben mich lange begleitet.

„Irgendwann kam der Punkt, an dem ich am Tag 15 Mal zur Toilette gerannt bin, weil ich massive Durchfälle hatte.“

Die Schmerzen wurden stärker und ich bin wieder zum Arzt gegangen. Zu dem Zeitpunkt war ich krankgeschrieben, weil ich es einfach nicht mehr geschafft habe. Ich hatte massiv an Gewicht verloren.

Dem Hausarzt habe ich gesagt: „Schauen Sie mich an, ich glaube ich krieg ein Kind!“ So aufgebläht war ich zu diesem Zeitpunkt. Er ging dann kurz aus dem Zimmer, nahm Kontakt mit dem städtischen Klinikum auf und ich wurde dann sozusagen als Notfallpatient in die Klinik eingewiesen.

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt eigentlich keine Gedanken gemacht, weil ich zwei Monate zuvor als „gesund“ aus der Klinik entlassen wurde. Nach Blutuntersuchungen und einem Ultraschall hat der Arzt mir dann mitgeteilt, dass ich Lebermetastasen hätte. Wenn ich nicht auf diesem Behandlungstisch gelegen wäre, dann wäre ich vermutlich umgefallen, weil es mir in dem Moment den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Er sagte dann zu mir: Wenn ich Glück habe, dann wäre es ein Neuroendokriner Tumor. Dieser wäre in diesem Stadium nicht mehr heilbar, aber gut behandelbar.

Dann hatte ich die Diagnose Neuroendokriner Tumor. Aber man weiß nichts damit anzufangen.

Ich fand es dann ganz toll, als man mich in der Klinik von diesem Ultraschall-Zimmer gleich in ein separates Zimmer gebracht hat, wo dann eine Psychoonkologin kam, die die erste Not gestillt hat, die ersten Tränchen getrocknet hat und die für mich und meine Familie da war, bis alles geregelt war.

Ich bekam dann alle vier Wochen eine Spritze, die intramuskulär oder subkutan eingespritzt wird. Alle vier Wochen wird dann Blut genommen und der Tumormarker kontrolliert. Ab dem Moment, als ich unter Therapie stand, habe ich mich wohl gefühlt. Die Durchfälle wurden weniger, die Bauchkrämpfe wurden weniger und mir ging es trotz der Schwere und Fortgeschrittenheit der Erkrankung besser.

„Ich glaube, ich habe nicht mehr Beschwerden als ein gesunder Mensch, dem vielleicht auch mal irgendetwas im Bauch herumgeht oder der auch mal einen Durchfall hat. Also der Hauptort ist nicht mehr meine Toilette wie damals.“

Meine Einstellung hat sich seit der Diagnose verändert. Damals hatte ich erfahren, dass ich eine fortgeschrittene Krebserkrankung habe und war begleitet von Ängsten und Sorgen. Jetzt weiß ich, dass die Erkrankung ein langsam wachsender Prozess ist und man sehr viele Jahre gut damit leben kann. Es gibt Patienten, die schon 20 Jahre lang mit dieser Erkrankung leben und dieser Gedanke hat mir geholfen, die Krankheit anzunehmen. Ein Neuroendokriner Tumor bedeutet nicht gleich den Tod. Die Erkrankung begleitet mich und gehört auch zu mir. Das macht mich ja auch aus. Ich habe durch diese Diagnose sozusagen ein anderes Leben geschenkt bekommen und eine Chance, mein Leben anders zu leben als vorher. Durch die Diagnose habe ich eine Entwicklung gemacht, von der ich nie geglaubt hätte, dass ich sie machen würde.

Ich weiß nicht, wie es mit meiner Erkrankung weitergeht, aber auch ein gesunder Mensch weiß nicht, was ihn am nächsten Tag erwartet. Wir wissen alle nicht, was am nächsten Tag ist – ob mit Krebs oder ohne.

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